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Lilienpracht vorausgedacht

Foto: pixabay
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Nur selten ist eine Pflanze so faszinierend, vielfältig und schön, dass sie die Menschen rund um den Globus und über die Jahrtausende in ihren Bann zieht. Bei der Lilie ist das ohne Zweifel der Fall. Schon vor 3.500 Jahren bildeten Griechen die kelchförmigen Blüten der Art Lilium chalcedonicum in einem Fresko ab. Nordamerikanische Ureinwohner schätzten die Lilie als Nutzpflanze aufgrund ihrer vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten, und ein chinesisches Buch aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. empfiehlt sie als Mittel gegen chronischen Husten und Schlaf­losigkeit. In Europa wurden Lilien im Mittelalter aufgrund ihrer strahlend weißen Farbe zum Symbol der Reinheit.

Beliebt rund um die Welt

Bis heute haben Lilien nichts von ihrer erhabenen, faszinierenden Kraft eingebüßt. Wo auch immer sie ihre Schönheit entfalten, ob in kleinen Gruppen zwischen niedrigen Sträuchern oder nicht zu hohen Stauden, vor einer Hecke oder immergrünen Gehölzen, in Rabatten oder Kübeln – sie ziehen unwillkürlich bewundernde Blicke auf sich und beeindrucken den Betrachter durch ihre Perfektion und starke Präsenz. Während sie jahrelang hauptsächlich als Schnittpflanze selektiert und vermehrt wurden, sind sie aktuell auch wieder als Gartenpflanze attraktiv. Dabei kann man zwischen rund 125 Arten der ausdauernden Zwiebelpflanzen wählen.

Ab Januar in die Erde

Anders als zum Beispiel Tulpen, Narzissen oder Allium besitzen Lilienzwiebeln keine schützende Außenhaut. Daher trocknen die Zwiebeln an der Luft leicht aus. Deshalb ist es empfehlenswert, Lilien so früh wie möglich in die Erde zu pflanzen – am besten schon im Januar. Dort sind sie optimal aufgehoben und können im Frühjahr wurzeln und austreiben. Oft wird eine Pflanzung ab März empfohlen, dabei sind die meisten Zwiebeln in unserem Klima aber winterhart und überstehen die Kälte des neuen Jahres durchaus. Mindestens 15 Zentimeter tief sollte das Pflanzloch sein, da Lilien zusätzlich zu den Wurzeln unter ihrer Zwiebel auch sogenannte Stängelwurzeln bekommen, die über der Zwiebel wachsen.

Exotik im Garten

Am bekanntesten sind Lilien mit einfachen Blüten in Weiß oder Orange. Dabei gibt es mittlerweile eine ganze Reihe mehrfarbiger Sorten mit interessanten Musterungen, die für exotische Extravaganz im Garten sorgen. So versetzen die Blüten der Lilium „Fusion“ nach Afrika und beschwören das Bild eines Leoparden vor einem roten Sonnenuntergang herauf. Die Lilium lancifolium „Flore Pleno“ lässt mit ihren intensiv orangefarbenen und gefüllten Blüten an einen mehrarmigen Seestern denken, und Lilium pumilum erinnert optisch an rote Lampions aus China.

Auf Blütezeiten achten

Wer den gesamten Sommer über Lilien genießen möchte, sollte Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten kombinieren. So ist „Netty’s Pride“ eine der frühblühenden Lilien. Sie weist einen starken Kontrast von hellem Weiß und fast schwarzem Weinrot auf und wächst knapp über einen halben Meter hoch. Die Tigerlilie „Red Life“ macht sich gut im Hintergrund, da sie mit ihrer Höhe von über einem Meter weit aufragt. Ihre intensiven roten Blüten öffnen sich während des Hochsommers von Juli bis August und ziehen mit dunklen Sprenkeln in ihren Bann. Die ebenfalls imposante Lilium henryi, vielen auch als „Türkenbund-Lilie“ bekannt, entwickelt von Mitte August bis Ende September ihre orangefarbenen Blüten, die nach hinten gedreht sind. So sorgt sie bis zum Herbst für pure Sommerfreude im Garten. (GMH/BdS) ←