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Harte Zeiten für Wildvögel

Fotos: Adobe Stock
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Schnee bis in die Niederungen: Spätestens dann ist es allerhöchste Zeit, an die Wildvögel zu denken. Aber auch ohne Eis, Schnee und gefrorene Böden haben es Amsel, Sperling, Rotkehlchen, Meisen und viele weitere Vogelarten bei der Futtersuche schwer. Gerade in Ballungsräumen und intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebieten gibt es immer weniger natürliche Nahrungsquellen. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland (ZZF) rät deshalb, Wildvögeln mit einer fachgerechten Fütterung durch die letzten Winterwochen zu helfen.
Wenn für Weichfresser und Körnerfresser gleichermaßen passende Nahrung im Futterhäuschen liegt, dann sammeln sich häufig verschiedenste Wildvogelarten um die Futterstelle. Allesfresser wie Meise und Specht stellt man mit Fett-Körner-Mischungen zufrieden. Bei Weichfressern wie Zaunkönig, Amsel und Star stehen tierische Kost und Beeren auf dem Speiseplan. Dazu gehören Insekten und Rosinen, aber auch Getreideflocken. Körnerfresser wie Fink und Sperling ernähren sich von Sonnenblumenkernen, Hanf und anderen Samen.

Das richtige Futter zur richtigen Zeit

„Nach besonders kalten Nächten haben Vögel einen erhöhten Energiebedarf, um ihre Körpertemperatur zu halten. Dann brauchen sie ein möglichst fetthaltiges Futter", erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Das energiereichere Winterfutter ist deshalb – je nach regionaler Wetterlage – bis in den März hinein angemessen. Mit der Temperatur ändert sich dann im Frühjahr der Futterbedarf der Vögel: Es muss nicht mehr so fettreich sein und auch nicht mehr so viel. Empfehlenswert ist es generell, jeweils nur Futter für ein bis zwei Tage anzubieten. So behalten Vogelfreundinnen und -freunde den Überblick und das Futterhaus oder Silo bleibt sauber. Ab Ende März sollten die Tiere dann nur noch spezielles Sommerfutter bekommen.
Als passender Platz für die Vogelfütterung im Garten eignen sich Rasenflächen in der Nähe von Hecken oder Hauswänden. Dort fühlen sich Vögel wohl. Zu nah am Fenster sollte eine Futterstelle aber nicht stehen, damit Vögel im Anflug nicht versehentlich gegen die Scheibe fliegen. Außerdem muss sie vor Katzen gesichert sein. Ein Futterhaus, das die Katze beobachten kann und das für sie erreichbar ist, werden die Vögel meiden.

Ein sauberer Futterplatz

Der Fressplatz sollte täglich gereinigt und übrig gebliebenes Futter entfernt werden. Nehmen die Vögel durch Kot verunreinigtes Futter zu sich, können sich Krankheitserreger ausbreiten. Sitzstangen sind daher hygienischer als Plattformen, Silos sauberer als Futterhäuschen. Soll es dennoch ein Futterhäuschen sein, gibt es auch kleinere Varianten, die gut zugänglich sind und sich gründlich reinigen lassen.
Auch zum Aufhängen eines Nistkastens ist das Ende des Winters ein passender Zeitpunkt. „Wenn die Vögel durch die Fütterung in den Garten gelockt wurden, kann man ihnen dort gut einen Nistkasten anbieten“, sagt Holthenrich. Ist das Winterwetter nämlich überstanden, beginnen die Vögel mit den Vorbereitungen für ihren Nestbau. (ZFF) ←