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Cool Flowers

Sommerblumen Zinnien Nigella Cosmea
Fotos: Adobe Stock

Nur die Harten kommen in den Garten: Auf wenige Pflanzenarten trifft diese Weisheit besser zu als auf Sommerblüher, die die jüngere Gartenliteratur „Cool Flowers" nennt. Der neu­deut­sche Ausdruck steht für Kaltkeimer, also Samen, die einen Kälteimpuls benötigen, um mit dem Keimen zu beginnen. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gewundert, dass Mohn, Jungfer im Grünen oder Löwenmäulchen nicht wie erhofft die Lücken im Staudenbeet geschlossen haben? Dann lag es genau daran: Den Samen fehlte, weil zu spät ausgesät, der Wechsel von kalten zu ­warmen Temperaturen. Sie schliefen also einfach in ihrem Samenkorn weiter oder entwickelten sich schlecht, weil sie den Winter schön warm in der Samentüte verbracht haben.

Ab in den Kühlschrank

Also ist es womöglich schon zu spät für die Aussaat, weil die Nächte zu warm sind? Nein, denn der natürliche Mechanismus lässt sich austricksen, sollte es draußen schon anhaltend warm sein: Legen Sie die Samen einfach vor der Aussaat ein paar Tage in den Kühlschrank. Im Übrigen ist auch Ende März/Anfang April noch genug Zeit, diese speziellen Sommerblumen auszusäen. Grundsätzlich gibt es aber auch bei diesen Blumen robustere und weniger robuste Sorten.

So haben sich Kornblume, Feldrittersporn, Mohn oder Nigella vielleicht schon im letzten Jahr ­versamt und erfreuen in diesem Sommer wieder mit einer üppigen Blüte. Ansonsten säen Sie wie beschrieben alsbald aus. Andere vertragen nicht so viel Kälte und benötigen etwas Schutz oder können beispielsweise gut in einem Frühbeet vorgezogen werden wie etwa Duftwicken (Lathyrus odoratus), Löwenmäulchen (Antirrhinum) oder die Strahlen-Breitsame (Orlaya grandiflora). Absoluter Spitzenreiter unter den Cool Flowers ist vermutlich die Ringelblume: Hat sie einmal einen Garten erobert, wird sie immer wieder erscheinen und mit ihren vielfältigen Orangetönen die Blumenbeete erheitern. Nicht umsonst gilt sie in vielen Kulturen als Symbol der Unvergänglichkeit.

Echte Einjährige

Kapuzinerkresse (Tropaeolum), Sonnenblumen (Helianthius) oder Schmuckkörbchen (Cosmea) sind echte Wärmeliebhaberinnen und laufen schnell zur Höchstform auf. Das mühselige Vorziehen auf der Fensterbank benötigen sie in der Regel nicht. Säen Sie einfach in humosen, feinkrümeligen Boden. Achten Sie darauf, dass die Saat nicht austrocknet – aber gießen Sie vorsichtig, damit sie nicht wegschwimmt. Und zack: Sommer! ←