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Kleintiere: Bitte recht kuschelig

Hamster, Kleintiere, Kleintiergesundheit
Fotos: Adobe Stock, Getty Images

Ein Blick auf die natürliche Herkunft von Hamstern erklärt ihre Temperaturbedürfnisse: Goldhamster stammen ursprünglich aus Regionen Syriens mit warmem, trockenem Klima. Entsprechend fühlen sich auch ihre Nachkommen als Heimtiere in Wohnräumen mit Temperaturen um 20 bis 22 Grad wohl. „Gerade im Winter ist es wichtig, dass die Kleintiere keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind“, erklärt Maximilian Reuschel, Leiter der Abteilung Heimtiere an der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. „Auch wenn wir Menschen unterwegs zur Arbeit sind oder nachts schlafen, sollte die Temperatur beibehalten werden. Zu kalte oder zugige Standorte können Atemwegsinfektionen oder andere Erkrankungen begünstigen.“

Standort richtig wählen

Eine entscheidende Rolle spielt somit, wo das Kleintierheim aufgebaut wird. Direkten Durchzug, etwa durch offene Fenster oder Türen, sollte man vermeiden. Ebenso sind unbeheizte Räume wie Keller oder die Garage nicht geeignet für die Hamsterhaltung. Umgekehrt sollten die Hamster aber auch nicht unmittelbar neben Heizkörpern leben, um Überhitzungen vorzubeugen. Um die Tiere warmzuhalten, können ihre Halterinnen und Halter ihnen Einstreu und Nistmaterial wie Heu, Stroh oder spezielle Baumwollnester anbieten. Hamster nutzen diese gern, um sich eigenständig einzukuscheln, wenn ihnen zu kalt wird. Isolierende Unterkünfte schützen zudem vor kühlem Wind beim täglichen Durchlüften. Auch wenn Temperaturen um 20 Grad die Wunschtemperatur der meisten Menschen in der Wohnung sind, sollte man regelmäßig prüfen, dass diese zuverlässig eingehalten werden.

Zu kalt kann gefährlich werden

Die Wärme ist nicht nur ein Wohlfühlfaktor, sondern für Hamster lebensnotwendig, erklärt Dr. Reuschel: „Wenn Hamster über längere Zeit Temperaturen unter 15 Grad ausgesetzt sind, besteht das Risiko, dass sie in einen sogenannten Torporzustand, also eine Kältestarre, verfallen. Wie bei einem Winterschlaf fahren sie dann alle Körperfunktionen nach und nach herunter, sind darauf allerdings überhaupt nicht vorbereitet. Das kann auch lebensbedrohlich werden.“ 

Wenn der Hamster also wie tot in seinem Heim liegt, gilt es zuerst einmal, Ruhe zu bewahren und ihn nicht panisch aufzuheben. Minimale Anzeichen wie die Atmung oder ein Zucken der Haare können sichtbar sein. In diesem Fall sollte man einen Tierarzt oder eine Tierärztin kontaktieren und sich die wichtigsten Schritte erklären lassen. Der Hamster muss behutsam wieder aufgewärmt werden – nicht zu schnell etwa mit einer Wärmflasche, sondern über die Umgebungstemperatur. Nach dem Aufwachen braucht das Tier zudem Futter und Wasser, um wieder zu Kräften zu kommen. Fachpersonal sollte das Tier im Anschluss auf jeden Fall untersuchen, um Folgeschäden zu vermeiden. (IVH) ←


Hygiene leicht gemacht

Ja, manche Tiere verlieren Haare und bringen je nach Jahreszeit Schmutz mit ins Haus. Das ist aber kein Grund, auf ein eigenes Heimtier zu verzichten: Es gibt viele Maßnahmen, die den Hausputz mit Tier erleichtern und nicht allzu aufwendig machen. 

Wer beispielsweise einen Hund hat, der gern nass und schmutzig heimkommt, sollte auf einen leicht zu reinigenden Untergrund im Flur achten oder einen speziellen Teppich auslegen. Dieser sollte regelmäßig gewaschen und getrocknet werden. Wischt man den Hund gleich am Eingang mit einem Handtuch ab, verteilt sich der Dreck nicht in den Wohnräumen. Für Böden, auf denen sich die Tiere häufig aufhalten, empfiehlt sich das Staubsaugen oder Wischen zwei- bis dreimal pro Woche. 

Zu einem gewissen Maß gehören Tiergerüche zum Heimtierhaushalt natürlich dazu. Regelmäßiges Reinigen der Näpfe (täglich), Katzenklos (täglich und beim Streuwechsel gründlich) und Schlafplätze (alle zwei bis vier Wochen) können sie aber im Rahmen halten. Auch mit Raumerfrischern kann man Gerüchen entgegenwirken – diese sollten aber ohne reizende Inhaltsstoffe auskommen. Duftsprays können außerdem schnell auf Abneigung bei den empfindlichen Tiernasen stoßen, sollten also immer vorsichtig getestet werden.

Auch die Sauberkeit des Heimtier-Zubehörs spielt eine wichtige Rolle. Spielzeuge und Kuscheltiere werden häufig im Maul getragen oder im Freien genutzt. Stofftiere sollten etwa alle vier Wochen in der Waschmaschine landen, bei starker Verschmutzung häufiger. Spielzeug aus Gummi oder Kunststoff lässt sich in der Regel schnell mit warmem Wasser und mildem Spülmittel reinigen. (IVH) ←