
Wer im Februar und März Kräuter auf der Fensterbank ziehen will, muss auf Licht, Temperatur, Wasser und Erde achten. Das Licht ist in diesen Monaten noch schwach, deshalb eignet sich ein helles Südfenster am besten. Ost- oder Westfenster funktionieren meist ebenfalls. Nordfenster sind oft zu dunkel, die Pflanzen werden dann lang, blass und instabil.
Die Töpfe sollten so nah wie möglich an der Scheibe stehen, ohne Gardinen oder Dekoration davor. Wenn die Triebe trotz allem in die Länge schießen, hilft ein etwas kühlerer Standort und sparsameres Gießen.
Die meisten Küchenkräuter fühlen sich bei etwa 15 bis 20 Grad wohl und sollten nicht direkt über einem stark heizenden Heizkörper stehen. Petersilie, Schnittlauch oder Koriander vertragen es etwas kühler, Basilikum braucht es insgesamt wärmer. Dauerhaft zugige Plätze, etwa an ständig gekippten Fenstern, sind ungünstig. Ein normaler Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur ist dagegen kein Problem.
Beim Gießen gilt: lieber etwas zu wenig als zu viel. Die oberste Erdschicht darf zwischendurch abtrocknen, die Erde darunter sollte nur leicht feucht sein. Mit der Fingerprobe lässt sich das gut prüfen. Wasser, das im Untersetzer stehen bleibt, sollte nach kurzer Zeit entfernt werden, um Wurzelfäulnis zu verhindern. Wegen der trockenen Heizungsluft trocknen Erde und Blätter schneller aus. Eine kleine Schale mit Wasser auf der Fensterbank kann die Luft lokal befeuchten.
Lockeres Substrat gegen Staunässe
Für Aussaat und junge Pflanzen eignet sich lockeres, eher nährstoffarmes Kräuter- oder Anzuchtsubstrat. Töpfe mit Abzugslöchern und einer dünnen Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Boden helfen, Staunässe zu vermeiden.
Geerntet wird schonend: nie mehr als etwa ein Drittel der Pflanze auf einmal. Basilikum schneidet man besser über Blattpaaren als Einzelblätter zu zupfen, Schnittlauch bodennah. Holzige Kräuter nimmt man nur an jungen Trieben zurück. Wenn die Kräuter trotzdem kümmern, helfen meist kleine Korrekturen: Sehr lange, helle Triebe sprechen für Lichtmangel und zu viel Wärme, gelbe Blätter oft für zu nasse Erde oder Nährstoffmangel, Schimmel auf dem Substrat für dauerhaft zu hohe Feuchtigkeit. ←
