Keine Blume symbolisiert den Frühling so wie die Tulpe. Ihre luftig-leichte Kelchform, die Eleganz ihrer sich sanft neigenden Stiele und vor allem ihre Farbenvielfalt vertreiben die Tristesse des Winters. Tulpen versetzen die Menschen seit jeher in Verzückung. Ursprünglich stammen sie aus Zentral- und Mittelasien, gelangten aber bereits im 15. Jahrhundert in das ehemalige Osmanische Reich und verdrehten in Konstantinopel den Männern den Kopf. Sultan Süleyman (1520 – 1566) war sogar dermaßen von der Schönheit der Pflanzen fasziniert, dass er sowohl seine Serails als auch seine Gewänder mit Tulpen verzieren ließ und die Blüten zum Teil seines Wappens machte. Tatsächlich kommt der Name „Tulpe“ sogar vom türkischen Wort Tulipan, was „Turban“ bedeutet, weil die Blütenform der Tulpe an die von osmanischen Sultanen getragenen Turbane erinnerte.
Sicher haben Sie auch schon von der Tulpomanie im 17. Jahrhundert gehört? Damals waren die Zwiebelblumen so heiß begehrt, dass sie mit der Zeit Unsummen kosteten und zu regelrechten Spekulationsobjekten an der Börse wurden. Besonders begehrt waren die geflammten Varianten, allen voran die ‘Semper Augustus‘, die für rund 10.000 Gulden pro Zwiebel gehandelt wurde. Das entsprach in etwa dem Preis eines Amsterdamer Stadthauses in bester Lage. Leider war aber ein Virus für die besondere Musterung verantwortlich, die Kultivierung der speziellen Sorten dadurch unmöglich … und die Spekulationsblase platzte. 1637 bedeutete das den finanziellen Ruin für viele Beteiligte. Das hat der Tulpe aber keinen Abbruch getan. Auch heute können wir uns dem Zauber der Tulpe nicht entziehen – und zu unserem Glück ist sie heute weder nur etwas für den Adel noch so teuer wie Gold und Edelsteine.
Vielfalt in Farbe und Form
Dank passionierter Züchtungen gibt es Tulpen heute in einer breiten Palette an Farben. Von knalligem Pink und sonnigem Gelb über strahlendes Weiß und zartes Rosa bis hin zu intensivem Rot und sattem Lila reicht die Palette. Sogar interessant gemusterte Varianten – ganz ohne Virus wie zur Zeit der Tulpomanie – gibt es heute. Hinzu kommen die unterschiedlichen Blütenformen, die einem Tulpenstrauß zusätzliche Abwechslung geben. Da wären die Crispa-Varianten, deren Blütenränder wie leicht gezuckert aussehen, oder die gefüllten, die entfernt an Rosen erinnern. Papageien-Tulpen wirken beinahe, als würden sie sich gleich flatternd in die Höhe begeben, während sich lilienblütige Sorten an den Spitzen elegant nach außen biegen.
Gute Laune und Gemeinschaft
Tulpen in Gelb, Pink oder Rosa wirken sich direkt positiv auf die eigene Stimmung aus und lassen Frühlingsgefühle aufkommen. Selbst ohne floristisches Können entstehen schon mit ein paar Stielen wunderschöne Sträuße, die mit einer passenden Vase zum Highlight im Raum werden. Mit etwas Geschick lassen sich auch besondere Arrangements zaubern, zum Beispiel indem man bewusst mit den Längen spielt. So können sich einige der Tulpen stolz in die Höhe recken, während ihre unteren Stielbereiche von kürzeren Tulpen mit anderer Blütenform oder Farbe umschmeichelt werden. Ein paar austreibende Zweige verleihen dem Strauß zusätzliche Dynamik.
Verteilt man die Frühlingsblumen stattdessen in vielen kleinen Gefäßen und ordnet sie wie zufällig auf einem Sideboard an, entsteht ein sehr lässiges Arrangement. Der Kreativität und Individualität sind mit Tulpen keine Grenzen gesetzt.
Es lohnt sich also, bei nächster Gelegenheit einmal aus dem Vollen zu schöpfen und sich eine große Portion Blütenpracht mit nach Hause zu nehmen. Dann blüht die eigene Wohnung fröhlich auf und verbreitet direkt gemütliche Atmosphäre. (TPN) ←
