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Der richtige Schnitt

Fotos: BGL
Fotos: BGL

Mit den ersten milden Tagen kommt die schönste Zeit des Jahres: die Pflanzsaison. Hier ist eine Lücke entstanden, dort soll eine Stelle endlich attraktiv gestaltet werden, und letztens hat man bei Bekannten eine Pflanze entdeckt, die man sich auch für den eigenen Garten wünscht. Ob es sich dabei um die Umsetzung von Vorsätzen für das neue Jahr handelt oder es einfach nur um die Freude geht, nach den Winterwochen neues Leben und Farbe in den Garten zu bringen – in jedem Fall ist das Frühjahr eine gute Pflanzzeit. „Der Wunsch nach Veränderung ist im Frühjahr besonders groß, und so werden jetzt in vielen Gärten neue Gehölze, Sträucher und Stauden gesetzt“, weiß Uschi App vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). „Aber damit die Pflanzen gut anwachsen, darf ­eines nicht fehlen: der richtige Pflanzschnitt.“

 

Gleich richtig machen!

Der Pflanzschnitt sorgt dafür, dass die frisch gesetzten Pflanzen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wurzelmasse und oberirdischem Wachstum bekommen. Denn beim Ausgraben in der Baumschule oder beim Transport gehen oft feine Wurzeln verloren. Durch das maßvolle Einkürzen des oberirdischen Teils wird die Pflanze entlastet und konzentriert ihre Energie auf die Wurzelbildung am neuen Standort. Außerdem kann durch einen fachlich versierten Schnitt die Pflanze geformt werden. Abhängig vom zur Verfügung stehenden Platz ist es zudem manchmal sinnvoll, den ein oder anderen Seitenast eines Baumes oder größeren Strauches zu entnehmen. Uschi App: „Wichtig ist, die Pflanze dabei möglichst wenig zu verletzen, also keine großen Schnittwunden zu bilden und Äste so zu entfernen, dass die Wunden möglichst schnell zuwachsen können.“ Das gilt für den Zier- wie für den Nutzgarten: Ein sachgerecht ausgeführter Pflanzschnitt legt den Grundstein für gesunde, formschöne Gehölze. 

Ansprüche der Pflanzen

Ziergehölze und Rosen brauchen einen anderen Pflanzschnitt als beispielsweise Obstgehölze. So werden zum Beispiel bei Sommerflieder, Forsythie oder Weigelie nach dem Pflanzen alle Triebe leicht eingekürzt. Schwache oder nach innen wachsende Zweige werden am besten ganz entfernt. Rosen – vor allem wurzelnackte Exemplare – erhalten einen deutlichen Rückschnitt: Starke Triebe werden auf etwa drei bis fünf Knospen eingekürzt. So entsteht nach dem Austrieb gleich eine stabile, buschige Krone mit kräftigen Jungtrieben. Auch Obstgehölze wie Apfel oder Birne profitieren von einem professionellen Pflanzschnitt. Uschi App vom BGL: „Hier werden alle Seitentriebe um rund ein Drittel reduziert, damit sich eine harmonische Krone bildet, und eventuelle Konkurrenztriebe zum Mitteltrieb entfernt.“ Bei Beerensträuchern – etwa Johannisbeeren oder Himbeeren – ist in der Regel zur Pflanzung kein Schnitt notwendig, lediglich zu dichte oder beschädigte Ruten nimmt man direkt an der Basis heraus. Bei größeren Laubbäumen wie Ahorn, Linde oder Buche werden ausschließlich beschädigte oder gekreuzte Äste entfernt. Nadelbäume, die meist in Töpfen geliefert werden und deshalb keine Wurzelverluste haben, brauchen gar keinen Schnitt – tatsächlich könnte dieser den Wuchs sogar hemmen. (BGL) ←